Hermeskeil (RLP)

BM Lars Becker
FF Hermeskeil

Durchzündung beim Brand eines ehemaligen Möbelwerk



Am Montag, 28.02.2005, gingen bei der Integrierten Leitstelle Trier mehrere Notrufe über einen Brand in den Produktionshallen des ehemaligen Felke Möbelwerk, in der Michael-Felke-Straße, 54411 Hermeskeil ein. Die Stützpunktfeuerwehr Hermeskeil (www.feuerwehr-hermeskeil.de), der Wehrleiter sowie die FEZ der VG Hermeskeil, wurden um 17.15 Uhr mit dem Alarmstichwort "Teil einer Lagerhalle steht im Vollbrand" alarmiert. Bereits auf der Anfahrt wurde durch den Wehrleiter der VG Hermeskeil, die Nachalarmierung der Feuerwehr Reinsfeld mit einem TLF 16/25 und TSF und MTF-L veranlasst.

Auf der Anfahrt des LF 16/12 der Feuerwehr Hermeskeil, dass mit dem Wehrführer der Feuerwehr Hermeskeil besetzt war, konnte bereits weit vor der Einsatzstelle eine starke Rauchentwicklung festgestellt werden. Der Wehrführer ordnete sofort das Auslösen der Alarmstufe II des Alarm- und Einsatzplanes "Felke Möbelwerke" an. Dies wurde der inzwischen besetzten Feuerwehreinsatzzentrale der Feuerwehr Hermeskeil umgehend über Einsatzstellenfunk (2m Funk) mitgeteilt. Die FEZ Hermeskeil veranlasste umgehend die Alarmierung der Feuerwehren Beuren, Damflos, Grimburg, Gusenburg und Züsch, sowie eines RTW der Rettungswache Hermeskeil.

Beim Eintreffen an der Einsatzstelle bot sich dann folgende Lage:
Es brannte ein Hallentrakt auf einer Fläche von ca. 16m Länge und 20m Breite in voller Ausdehnung. Durch die thermische Einwirkung waren die Fenster bereits geborsten, der Brand hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf die Dachfläche übergegriffen. Durch die Feuerwehr Hermeskeil wurden sofort zwei C-Rohre im Außenangriff, 1 C-Rohr unter Atemschutz zur Erkundung im Innenangriff und ein Wenderohr über die DLK 23-12 vorgenommen. Ein Rettungstrupp unter Atemschutz stand ebenfalls in Bereitschaft. Die Wasserversorgung wurde von einem ca. 100m entfernten Unterflurhydranten sichergestellt.

Die Erkundung im Innenangriff war zu Beginn des Einsatzes nur über einen Zugang in der angrenzenden Halle möglich und hat ergeben, dass ein direkter Zugang zur Brandstelle von dort nicht möglich war. Es wurde dann mit Hilfe eines Trennschleifers des RW 2 der Feuerwehr Hermeskeil eine Öffnung in ein Hallentor geschnitten, um von dort weitere Erkundungen durchführen zu können und eine Riegelstellung aufzubauen.

Durch den Wehrleiter der Verbandsgemeinde Hermeskeil und den Wehrführer der FF Hermeskeil wurde dann am ELW 1 und Kdow eine Einsatzleitung gebildet. Da mittlerweile viele Schaulustige am Brandort waren und zum Teil die Zufahrtswege blockierten, wurde die Einsatzstelle durch die Polizei Hermeskeil, die später von der Polizei aus Schweich, Trier und Saarburg unterstützt wurde, abgesperrt. Weiterhin wurden die Anwohner der Michael-Felke-Straße durch die Polizei aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung führte die Feuerwehr Hermeskeil Schadstoffmessungen mit dem Simultantest Set 1,2 und 3 durch. Auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Möbelmarktes wurde sofort ein Bereitstellungsraum für die anrückenden Einheiten eingerichtet.

Nachdem die Feuerwehr Reinsfeld an der Einsatzstelle eingetroffen war, wurden TSF, TLF 16/25 und MTF-L auf der Rückseite der Lagerhalle zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Die als nächstes anrückenden Feuerwehren Gusenburg und Grimburg wurden zum Aufbau einer Riegelstellung im Innenangriff bzw. zur weiteren Wasserversorgung aus einem Unterflurhydrant eingesetzt. Im weiteren Einsatzverlauf wurde diese beiden Wehren durch das TLF 16/25 der FF Kell am See unterstützt. Der SW 2000 sowie das TSF der Feuerwehr Kell am See blieben als Reserve im Bereitstellungsraum.

Zur Sicherstellung der Wasserversorgung und als Atemschutzreserve wurden die Feuerwehren Damflos, Züsch und Beuren eingesetzt. Die Versorgungsleitung wurde über eine Länge von 300m von einem Unterflurhydranten im Mündungsbereich "Züscher Straße - Im Adrian" sichergestellt.

Um weitere Einsatzreserven in Form von Personal und Material vorhalten zu können, wurde die FF Nonnweiler aus dem benachbarten Saarland sowie die FF Neuhütten durch die FEZ Hermeskeil alarmiert.

Gegen 18.15 Uhr hat sich die Einsatzleitung aufgrund der zwischenzeitlich eintretenden Dunkelheit sowie der mit der Brandbekämpfung gebundenen Feuerwehren entschlossen, den THW Ortsverband Hermeskeil zum Ausleuchten der Einsatzstelle zu alarmieren.

Um 18.21 Uhr kam es dann zu einer gewaltigen Durchzündung im rückwärtigen Bereich der Hauptbrandstelle, einer Werkstatt mit mehreren abgestellten PKW´s. In diesem Bereich wurden mehrere gas- und holzbetriebene Öfen zum Heizen der Halle genutzt.

In der Folge kam es dann zu mehreren Durchzündungen der ehemaligen Produktionshalle auf einer Länge von ca. 180 m (Die Brandschutztüren in diesem Abschnitt waren geöffnet und ausser Funktion). Da sich zum Zeitpunkt der Durchzündung mehrere Trupps der Feuerwehren Hermeskeil, Reinsfeld und Gusenburg im Innenangriff befanden, wurde vorsorglich ein weiterer RTW und ein NEF alarmiert. Die im Innenangriff eingesetzten Wehrmänner konnten sich jedoch rechtzeitig, zum Teil, gerade noch mit Sprüngen aus den Türen, in Sicherheit bringen. Nur dem Umsichtigen Handeln der dort eingesetzten Einheiten ist es zu verdanken, dass keine größeren Personenschäden entstanden sind.





Die komplette ehemalige Produktionshalle stand bis zum letzten Drittel im Vollbrand. Das Anwesen wurde mittlerweile durch viele Kleinunternehmen genutzt. In der betroffenen Halle war einem Automobilclub untergebracht, hier waren unter anderem 20 PKW abgestellt. Im letzten, sich noch nicht in Brand befindenden Drittel wurde ein Reifenlager mit ca. 1000 Reifen betrieben. Eine weitere Halle, angrenzend an die bereits im Vollbrand stehende Halle wurde zur Lagerung von PET Getränkeflaschen und Getränkekästen genutzt. In den umliegenden, nicht unmittelbar betroffenen, Räumlichkeiten wurden weitere Kleinunternehmen geführt.

Aufgrund dieser Situation wurde durch die Einsatzleitung umgehend die Alarmstufe III nach Alarm- und Einsatzplan "Felke Möbelwerke" ausgelöst.

Durch die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr Trier wurden folgende Einheiten alarmiert: FF Konz mit TLF 24/50 und DLK 23-12, FF Waldrach mit TLF 24/50, FF Kell mit SW 2000, TSF und TLF 16/25 ELW 2 sowie Führungsgruppe - Technische Einsatzleitung des Landkreis Trier-Saarburg, der KFI des Landkreis Trier-Saarburg, Gefahrstoffzug mit ELW, MefG und GWGII, FF Thalfang mit TLF 24/50 und DLK 16-4 SE. Weiter wurden alarmiert die Werksfeuerwehr Diehl (Nonnweiler) mit TLF 24/50, die FF Saarburg mit TLF 24/50 und GW-AS sowie die FF Geisfeld mit TSF.

Durch die nun enorme Rauch- und Flammenbildung wurden die Räumung der Häuser in der Michael-Felke-Straße veranlasst. Die Bewohner wurden im angrenzenden Wasserwerk untergebracht und dort später auch durch die alarmierte SEG Betreuung/Verpflegung versorgt.

Die FEZ hat umgehend über die PI sowie über alle regionalen Rundfunksender eine Warnmeldung an die Bevölkerung im Raum Hermeskeil herausgegeben. Inhalt dieser Warnmeldung war "Brand einer Lagerhalle, es können im Raum Hermeskeil Geruchsbelästigungen und starke Rauchbelästigungen auftreten. Halten Sie vorsorglich Fenster und Türen geschlossen".


Das Krankenhaus Hermeskeil sowie das Altenzentrum Hermeskeil wurden durch die FEZ telefonisch über den Brand und die damit verbundene Rauchentwicklung informiert mit der Bitte, die Lüftungsanlagen abzuschalten und Fenster zu schließen.

Nachdem dann gegen 19.00 Uhr der ELW 2 des Landkreis Trier-Saarburg, sowie das Personal der Führungsgruppe - Technische Einsatzleitung, bestehend aus dem ELW 2, einem FüKw -TEL und einem MTW der Johanniter Unfallhilfe mit Schnelleinsatzzelt, an der Einsatzstelle eingetroffen war, wurde eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet.

   


Diese setzte sich zusammen aus dem Wehrleiter der VG Hermeskeil, Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander, dem Bürgermeister der VG Hermeskeil, Herr Michael Hülpes, dem Leiter des Wasser/Abwasserwerkes, Herr Andreas Schmitt, dem Leiter der PI Hermeskeil, Herrn EPHK Agostini, sowie Fachberatern von DRK, MHD und THW.

Die Einsatzstelle wurde in 6 Einsatzabschnitte aufgeteilt :

  • EAB 1: Riegelstellung Vorderseite zum Verwaltungsgebäude und Lager "Getränkekästen"
  • EAB 2: Brandbekämpfung von der Rückseite im Bereich des EAB 1
  • EAB 3: Riegelstellung Vorderseite zum Reifenlager
  • EAB 4: Wasserversorgung
  • EAB 5: Gefahrstoffmessung - Einsatz Gefahrstoffzug
  • EAB 6: Bereitstellungsraum

Jedem EAB wurde ein Einsatzabschnittsleiter (EAL) zugeteilt. Die Gesamteinsatzleitung hatte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Hermeskeil, Toni Bonerz mit Unterstützung des Bürgermeister und KFI. Stündlich wurden im Schnelleinsatzzelt der Technischen Einsatzleitung Lagebesprechungen mit dem Einsatzleiter und den Einsatzabschnittsleitern durchgeführt.

EAB 1, Riegelstellung zum Lager Getränkekästen.
Zur Riegelstellung und Brandbekämpfung im vorderen Bereich wurden das Wenderohr DLK23/12, zwei C-Rohre und einem B-Rohr des LF16/12 der Feuerwehr Hermeskeil, 1 C-Rohr des TFS-W der Feuerwehr Gusenburg, ein C-Rohr des KTLF der Feuerwehr Grimburg und 2 C-Rohren sowie einem Dachmonitor des TLF 16/25 der Feuerwehr Kell am See vorgenommen.

EAB 2, Brandbekämpfung auf der Rückseite des Gebäude im Bereich EAB 1. Hier waren die Feuerwehr Reinsfeld mit TLF 16/25 und TSF mit 3 C-Rohren, Wasserwerfer des TLF 24/50 der FF Waldrach sowie der Wasserwerfer des TLF 24/50 der Werksfeuerwehr Diehl eingesetzt. Aufgrund der schlechten Zufahrt konnte hier keine DLK eingesetzt werden.

EAB 3, Abschirmung des angrenzenden Reifenlagers Um eine Brandausweitung im Bereich des Reifenlagers zu verhindern, wurde über einen Innenangriff sowie über die DLK 23-12 der FF Konz, unterstützt durch das TLF 24/50 Konz und das TLF 16/25 Hermeskeil ein umfassender Schaumangriff von der Vorderseite vorgenommen. Dadurch konnte eine Brandausbreitung und Durchzündung zum Reifenlager zu verhindert werden. Die DLK 16/4 SE und das TLF 24/50 der FF Thalfang wurden von der Rückseite des Gebäude zum Aufbau einer Riegelstellung eingesetzt.

EAB 4, Wasserversorgung, Die Wasserversorgung für die drei Tanklöschfahrzeuge im EAB 3 wurde durch das TSF-W der FF Neuhütten und das TSF der FF Bäsch (VG Thalfang) über eine unterirdische Löschwasserzisterne auf dem Firmengelände sichergestellt. Im Einsatzabschnitt 1 wurde das Löschwasser aus 2 Unterflurhydranten in der Michael-Felke-Straße entnommen.

EAB 5, Gefahrstoffzug, Durch ständige Veränderung der Windrichtung musste die Festlegung der Messpunkte ständig geändert werden. Messpunkte waren im Bereich St. Josef Krankenhaus, im Bereich Fa. Teba, im Industriegebiet Grafenwald, die Hochwaldkaserne Hermeskeil, K 100, Richtung Damflos, und im Bereich des Friedhofes. Die Schadstoffmessungen durch den Gefahrstoffzug Trier-Saarburg, im Raum Hermeskeil sowie im angrenzenden Saarland (Bierfeld, Sitzerath, Nonnweiler) durch das Messfahrzeug der FF Oberthal ergaben keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen und waren alle unterhalb der Grenzwerte. Es wurden lediglich Geruchsbelästigungen gemeldet. Im Waldgebiet nahe der Brandstelle wurden gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Wasserproben entnommen. Durch den Gefahrstoffzug wurden Kanaleinläufe verschlossen. Da bei einer Erkundung eines Kellerraumes mehrere Farbfässer aufgefunden wurden, ging die Besatzung des GWG2 unter Atemschutz in den Keller vor. Es konnte festgestellt werden, dass die ehemaligen Lackfässer leer waren und keine weitere Gefahr von Ihnen ausging. Der Gefahrstoffzug konnte gegen 23.10 Uhr aus dem Einsatz heraus gelöst werden.

EAB 6, Bereitstellungsraum, Durch die Feuerwehr Geisfeld wurde der bereits eingerichtete Bereitstellungsraum betrieben, da das bisher dort eingesetzte Personal der FF Hermeskeil für die nun anrückenden Einheiten nicht ausreichend war. Vom Bereitstellungsraum wurden die Einheiten nach Anforderung durch die Einsatzleitung gezielt zum Einsatz geführt.

Durch das THW Hermeskeil, dass die Einsatzstelle mit Hilfe eine 30KW Lichtmastes, eines 25KW Lichtmastes und diversen weiteren Beleuchtungsmitteln großflächig ausgeleuchtet. Zur Sicherstellung der Kraftstoffversorgung für die Einsatzfahrzeuge und Pumpen wurde ein LKW des THW eingesetzt. Die Technische Einsatzleitung organisierte bei der Bundeswehrkaserne in Hermeskeil 30 Kraftstoffbehälter, die an einer ortsansässigen Tankstelle mit Diesel, Benzin und Gemisch befüllt wurden. Aufgrund einer Schneedecke von ca.20 cm im Bereich der Einsatzstelle wurde der Unimog (ausgerüstet mit Ketten auf allen Achsen) des THW Hermeskeil zur Materialversorgung der Einheiten vor Ort eingesetzt.

   




Der THW Ortsverband Saarburg wurde mit der Fachgruppe Räumen um 22.30 Uhr alarmiert. Nach Eintreffen des Ortsverband mit MTW, GKW I, LKW mit Tieflader und einem Hublader (Bergungsräumgerät), konnten dann zwei großflächige Zugänge zum Brandobjekt geschaffen werden, damit die Einsatzkräfte in diesen Bereichen das Brandobjekt betreten konnten, um weitere Löschmaßnahmen vorzunehmen.



Gegen 21.30 Uhr konnte der Einsatzleitung "Brand unter Kontrolle" gemeldet werden. Erste Einheiten konnten aus dem Einsatz entlassen werden und traten die Rückfahrt zu ihren Standorten an. Als Einsatzreserve und zur Auslösung der bisher eingesetzten Kräfte wurden gegen 22.00 Uhr aus der Verbandsgemeinde Kell die Feuerwehren Zerf, Lampaden und Waldweiler alarmiert.

Die SEG Betreuung/Verpflegung versorgte die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle mit warmen Getränken. Räumlichkeiten des nahegelegenen Wasserwerkes der VG Hermeskeil wurde zur Verpflegung der Einsatzkräfte und Anwohner der Michael-Felke-Straße hergerichtet. Im Einsatzverlauf wurden Gruppen der Einsatzkräfte aus dem Einsatz gelöst, um sich aufzuwärmen und zu verpflegen. Die SEG Betreuung/Verpflegung war mit 10 Kräften vor Ort, weitere 30 Kräfte waren mit dem Organisieren und der Herstellung der Verpflegung in Ehrang tätig.

Die Nachlöscharbeiten dauerten bis ca. 03.30 Uhr an. Hier wurden die Kräfte der Feuerwehr Hermeskeil von noch nicht eingesetzten Einheiten abgelöst. In der Feuerwache Hermeskeil wurde anschließend die Einsatzbereitschaft der Gerätschaften und Fahrzeuge wieder hergestellt.

Gegen 05.00 Uhr wurde die Feuerwehr Hermeskeil dann erneut über die PI Hermeskeil informiert, dass an mehreren Stellen Brandnester ausgebrochen sind. Die FF Hermeskeil rückte darauf hin mit DLK 23-12, TLF 16/25, LF 16/12 und RW 2 erneut zur Einsatzstelle aus. Diese Nachlöscharbeiten zogen sich bis ca. 09.00 Uhr hin. Im weiteren Tagesverlauf musste mehrmals ein Tanklöschfahrzeug zu Nachlöscharbeiten ausrücken. Des Weiteren wurde die Kriminalpolizei bei der Ermittlung der Brandursache mit Personal und Material unterstützt.



Am Mittwoch, 03.03.2005 wurde die Feuerwehr Hermeskeil (gerade aus einem Einsatz "Kaminbrand" um 4.20 Uhr eingerückt) gegen 05.30 Uhr über die Leitstelle wiederum zu Nachlöscharbeiten alarmiert. Diese wurden durch ein Mehrzweckgerät des städtischen Bauhofes unterstützt. Mit diesem Gerät wurde der brennende Brandschutt auseinander gezogen und gezielt abgelöscht. Diese Maßnahme dauerte erneut vier Stunden. Eingesetzt wurde das TLF 16/25 der Feuerwehr Hermeskeil.

Durch extreme Witterungsverhältnisse mit einer Altschneedecke von ca.20cm, Eis und nächtlichen Minustemperaturen von fast 20 Grad Celsius wurden die eingesetzten Kräfte vor eine große Herausforderung gestellt. Schläuche, Armaturen, Fahrzeuge und nicht zuletzt auch die eingesetzten Kräfte waren schnell mit einer Eisschicht überzogen. Das Löschwasser in den Schläuchen gefror in Minuten, nachdem kein Druck mehr auf den Schläuchen war. Die Wege und Flächen um die Brandstelle waren mit Eis und Schnee bedeckt und führten zu einer erheblichen Gefährdung der eingesetzten Kräfte.
Hier zeigte sich auch, das Hohlstrahlrohre bei diesen Minusgraden nicht nutzbar waren, die Strahlrohre vereisten sehr schnell während den Löscharbeiten und es musste auf die altbewährten CM bzw. BM Strahlrohre zurückgegriffen werden.

Wasserführende Fahrzeuge, die in den späten Nachstunden nicht im Einsatz gebunden waren, wurden in der Feuerwache abgestellt, um Frostschäden an den wasserführenden Armaturen zu vermeiden und wurden im Wechsel, mit den "Einfrierenden" Fahrzeugen an der Einsatzstelle, eingesetzt.

Dem massiven Löscheinsatz von zeitweise bis zu 10 C-Rohren, 2 B-Rohren, 4 Wasserwerfern der TLF 25/50 und 3 Wenderohren der Drehleitern und nicht zuletzt dem hervorragenden Zusammenarbeiten aller Einheiten, konnte eine Übergreifen des Brandes auf die Lagerflächen mit weiterer nicht unerheblicher Brandlast verhindert werden.

Fazit : Lehrstehende Produktionshallen (oder wie in diesem Fall, ehemalige Produktionshallen durch einen Insolvenzverwalter untervermietet) stellen eine erhöhte Gefahr da. Bei solchen Objekten greifen die regulären Alarm und Einsatzpläne nicht mehr, da die geplanten Brandwände zum Teil nicht mehr vollständig in Takt sind, die Brandschutztüren ausser Betrieb genommen wurden, kaum Informationen über die gelagerten Materialien vorhanden sind und solche Objekte (wie bei diesem Einsatz) wegen einer fehlenden Zentralheizung durch diverse Gasstrahler und Öfen an allen möglichen Stellen beheizt wird.

Lagekarte mit den Einsatzabschnitten :

 

Einsatzbilder :


Brandbekämpfung über einen Wasserwerfer auf dem TLF der Feuerwehr Kell am See.


Brandbekämpfung und Riegelstellung im EAB 1, hier die DLK23/12 der Feuerwehr Hermeskeil.


Die Rauchenwicklung kurz nach der Durchzündung, Blick von einem nahegelegenen Neubaugebiet.

(Bild4.jpg)
Blick auf die Einsatzstelle, hier ist der Brand im vorderen Bereich der Halle (EAB1) bereits unter Kontrolle. Im Bereich des EAB3 steht die Halle noch im Vollbrand


Die DLK 23/12 und das LF16 der Feuerwehr Hermeskeil


Durch eine Schneehöhe von 20cm war die Befahrbarkeit um das Brandobjekt sehr eingeschränkt. Hier im Bild das TLF 24/50 der Werksfeuerwehr der Firma Diehl aus Nonnweiler und der SW2000 der Feuerwehr aus Kell am See.


In diesem Bereich (EAB1) lag die Brandausbruchstelle. Hier zu erkennen das durch die Wucht der Durchzündung geschädigte Mauerwerk.


Um Nachlöscharbeiten durchzuführen wurde das Bergeräumgerät des THW Ortsverband Saarburg eingesetzt um Brandschutt und die eingestürzte Dachkonstruktion auseinander zu tragen.


Im Vordergrund der ELW1 der FF Hermeskeil, dahinter aufgereiht die Löschfahrzeuge. Bereich zwischen EAB 1und EAB 3. Im Vordergund TSF/W der Feuerwehr Gusenburg.


Bereich zwischen EAB1 und EAB2


er 1000W Strahler am Pumpenbedienstand diente nicht der guten Beleuchtung für den Maschinisten. Um ein Einfrieren der Armaturen zu verhindern wurde der Strahler als Wärmequelle eingesetzt. Bei diesen Minusgraden war oftmals das improvisieren der Maschinisten erforderlich.


Der Bereich des EAB 1 und EAB2. Im Hintergrund die noch intakte Brandwand, die diesen Hallenteil zum angrenzenden Verwaltungsgebäude und Getränkekasten-lager abgrenzte.


Hier schaffte sich der Hublader des THW Saarburg einen Zugang zum EAB 3, auch hier waren Fahrzeuge gelagert.


EAB 3, hier konnte eine Brandausbreitung auf das angrenzende Reifenlager durch eine Riegelstellung und einen massiven Schaumangriff verhindert werden.


Im Tagesverlauf des 01.März wurde die Einsatzstelle mehrfach angefahren um einzelne Glutnester abzulöschen.


LF16, DLK23/12 und TLF16 Feuerwehr Hermeskeil.

 

Übersicht alarmierte Einheiten

 

Bildquellen:
Feuerwehr Hermeskeil, Feuerwehr Kell am See, TEL Herr Jakobs, THW Hermeskeil, THW Saarburg, RuH Herr Backes

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